Chronologie der Inhaber

1661 gründete
Johannes Göbel
in Altdorf bei Nürnberg die zweite Druckerei im Dienst der damaligen Universität. Das Original der Gründungslizenz befindet sich in der Erlanger Universitätsbücherei. Er verstarb bereits 1664 im Alter von nur 34 Jahren
1665 heiratete seine Witwe den Buchdrucker
Johann Heinrich Schönerstädt.
Unter seinem Namen wurde der Betrieb weitergeführt.
1690 übernimmt
Jobst Wilhelm Kohles
den Betrieb. 1707 wurde die Offizin zur verordneten Universitätsdruckerei
1739 verkaufte Jobst Wilhelm Kohles seine Buchdruckerei an den jungen „Kunstverwandten“
Johann Adam Hessel.
Der jüngste seiner drei Söhne,
Christoph Bonaventura Hessel,
kam beim Vater in die Lehre, um nach dessen Tod 1785 die Druckerei zu übernehmen.
Er starb 1814 und vererbte die Druckerei seinem Sohn
Tobias Hessel.
1828 bat Tobias Hessel um die Erlaubnis, ein Wochenblatt redaktieren zu dürfen. Es sollte den Titel „Der Bote“ erhalten. Zunächst lehnte die Regierung von Ansbach das Gesuch ab, mit dem Vermerk: „Solche Blätter sind unnütz und nicht zu vermehren“. 1833 wiederholte Hessel mit Unterstützung des Altdorfer Landrichters Zernot seine Eingabe, diesmal mit vorsichtigeren Worten: man beabsichtige „die Herausgabe einer Zeitschrift unter dem Titel: Der Bote von Altdorf, Lauf, Hersbruck und Neumarkt, deren hauptsächlicher Inhalt sich auf Landwirtschaft, Hopfenbau, bürgerliche Gewerbe, oeffentlichen Verkehr, artistische Gegenstände, Naturdenkwürdigkeiten, Alterthümer etc. Tendirt ...“. Das ungefähr steht in einer Zeitung auch, nur von Politik versprach Hessel nichts zu schreiben. Tatsächlich genehmigte die „hochpreisliche Regierung“ darauf den „Boten“ mit dem Bemerken, daß er der Zensur unterliege und politische Berichte keinesfalls bringen dürfe. Am 11. Januar 1834 erscheint der „Bote“, zunächst als Wochenblatt, zum ersten Mal.
Das biedermeierische Altdorf brachte es durch seinen damals weitbekannten Hopfenbau wieder zu bürgerlichem Wohlstand. 1846 wurde Tobias Hessel zum 1. Bürgermeister der Stadt Altdorf gewählt und blieb es bis zu seinem Tod 1852.
Der nächste Inhaber der Druckerei wurde sein Sohn
Johann Peter Hessel.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Altdorfs wieder zu stagnieren. Die neuen Eisenbahnlinien liefen an Altdorf vorbei, und die Zahl der Einwohner ging zurück. Zudem hat die einsetzende Liberalisierung auch in benachbarten Städtchen die Entstehung von Druckereien und Wochenblättern begünstigt (1848 erschien die erste Ausgabe der „Hersbrucker Zeitung“).
Einen schweren Schaden brachte das Jahr 1862 mit der Trennung von Justiz und Verwaltung. Altdorf verlor seine Stellung als Verwaltungsmittelpunkt seines „Distrikts“ und wurde dem Bezirksamt Nürnberg eingegliedert. Hessel verlor das Amtsblatt und damit zahlreiche Leser.
1899 starb Johann Peter Hessel und das Geschäft ging an den letzten seines Namens, an
Carl Hessel,
über. Geboren 1866, hatte er von 1880 bis 1883 im Geschäft seines Vaters gelernt. Neben der Herausgabe des „Boten“ pflegte Carl Hessel besonders einen Zweig der Typographie: den Akzidenzsatz und Formblattverlag. Seine Drucke verraten große Sorgfalt und guten Geschmack. Kurz vor dem ersten Weltkrieg investierte Hessel durch den Kauf einer damals hochmodernen Maschine noch eine größere Summe. Dann begann der Krieg. Hessel mußte Lebensmittelkarten und ähnliches drucken; Schwierigkeiten in der Papierbeschaffung stellten sich ein, endlich verleideten ihm die politischen Verhältnisse alle Freude. Mit dem verlorenen Krieg war die Welt Hessels zusammengebrochen. In die veränderte Lage vermochte er sich nicht mehr einzuordnen.Unverheiratet und kinderlos, entschloß er sich 1920 zum Verkauf seines Geschäfts. Mit dem Verkaufserlös hoffte er seinen Lebensabend zu bestreiten. Sein Vermögen fiel jedoch der Inflation zum Opfer und er war gezwungen, noch Erwerb zu suchen. Er fand Beschäftigung beim Finanzamt Altdorf, wo er bis 1931 angestellt war. Carl Hessel starb 1933. Seine Druckerei wird unter dem angestammten Namen weitergeführt.
Ihr neuer und zehnter Inhaber,
Johann Bollmann,
Druckereibesitzer in Zirndorf übergab das Geschäft gleich 1920 an seinen Sohn,
Hanns Bollmann.
Hanns Bollmann, geboren am 14. April 1897, sah es für die Weiterentwicklung der Druckerei als unumgänglich an, einen neuen, besser gelegenen Standort zu wählen. 1924 wurde der Zeitungsbetrieb, in den folgenden Jahren die Akzidenz in die verkehrsgünstige und aufstrebende Industriegemeinde Feucht verlegt. In Altdorf blieb eine Geschäftsstelle des „Boten“ bestehen. 1931 bezog die Buchdruckerei C. Hessel in Feucht eine neue, eigene Betriebsstätte.
Hanns Bollmanns Sohn
Werner Bollmann,
geboren 1929, trat 1953 in das Unternehmen mit ein und man spezialisierte sich neben der Zeitungsherstellung auf die Produktion und das Verlegen von Romanheften, die damals unter der Bezeichnung Groschenhefte bekannt waren. Es wurde der Verlag „Der Bote“ gegründet, der seit 1961 mit den Nürnberger Nachrichten gemeinsam die Tageszeitung „Der Bote für Nürnberg-Land“ herausgibt.
1977 verunglückte Werner Bollmann auf einer Geschäftsreise tödlich. Mittlerweile 80jährig, sah Hanns Bollmann nochmals die Notwendigkeit, seine ganze Energie in den Fortbestand des Unternehmens zu stecken. Hanns Bollmann verstarb 1981 im Alter von 84 Jahren.
Der 1979 eingestellte Geschäftsführer Fritz Wegener leitete das, mittlerweile in eine GmbH umgewandelte, Unternehmen bis zur Übernahme durch
Ulrich Bollmann, den Sohn von Werner Bollmann
1988.
1994 trat sein Bruder
Steffen Bollmann
als Schriftsetzermeister in das Unternehmen ein und übernahm ein Jahr später die technische Leitung.

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